Streckenflugtage in Namibia – Segelflugurlaub in Veronica 2026

Ein Reisebericht von Mark Christmann:

Zwischen dem 2. und 16. Januar 2026 war ich auf der Lodge Veronica in Namibia und konnte dort den Arcus M eines Freundes mitnutzen. Die Bedingungen waren – typisch für den namibischen Hochsommer – meist hervorragend, aber keineswegs trivial. Wer hier sauber fliegen will, muss die Tagesentwicklung lesen können und bereit sein, Entscheidungen konsequent anzupassen.

Die Thermik setzte an den meisten Tagen früh ein, oft schon gegen 10:30 Lokalzeit. Die Basis lag zwischen 4.200 und 5.000 m MSL, an guten Tagen auch etwas darüber. Die Steigwerte bewegten sich überwiegend zwischen 3 und 5 m/s, an Spitzentagen auch darüber. Zwischendurch gab es aber auch blaue Phasen, Inversionen und lokale Abschattungen, die taktisch sauberes Fliegen erforderten.

Der Arcus M, den ich dank meinem Freund Ernst Eymann nutzen konnte, war für diese Bedingungen ideal, da er komfortable Sicherheitsreserve durch Eigenstartfähigkeit und über eine sehr gute Gleitleistung für lange Linien verfügt. 

Ausgewählte Flugtage waren 

2. Januar – Zum Einstieg flogen wir ein konservatives Dreieck über Gobabis und Leonardville. Die Thermik war brauchbar, aber noch nicht voll entwickelt. Wir blieben bewusst hoch und nutzten den Tag, um uns wieder an die lokale Struktur zu gewöhnen.

4. Januar – Eine ausgeprägte Wolkenstraße Richtung Nordosten erlaubte längere Gleitstrecken. Querungen waren schwächer als erwartet, weshalb wir den nördlichen Wendepunkt nicht weiter hinauslegten. Ein technisch sauberer Tag ohne Motor.

9. Januar – Die Basis lag bei knapp 5.000 m, die Linien waren klar, die Steigwerte kräftig. Wir flogen Richtung Tsumeb und entlang des Etosha-Rands. Mehrere 5–6 m/s Bärte, lange tragende Linien – ein klassischer Namibia-Tag. Wir verzichteten bewusst auf ein weiteres Vorstoßen nach Westen, da dort Abschattung drohte.

Besonderes Highlight: mein 1000-km-Flug: 1.103 km · Mark Christmann · Veronica 08.01.2026

Während unseres Aufenthalts gelang mir ein bemerkenswerter 1000-km-Flug. Der Flug zeigt, was Namibia an guten Tagen leisten kann:

  • frühe Startbereitschaft,
  • hohe Basis,
  • durchgehende Linien über mehrere hundert Kilometer,
  • und die Fähigkeit, konsequent taktisch zu fliegen, ohne sich von lokalen Störungen aus dem Konzept bringen zu lassen.

Für uns war er ein schönes Beispiel dafür, wie leistungsfähig die Region um Veronica ist.

Die Lodge selbst wirkt wie ein Ruhepol mitten in der Wildnis. Klein, fein, persönlich – genau so beschreibt sie sich, und genau so fühlt es sich an. 

Nach der Landung wartete Veronica mit genau dem, was man nach einem langen Flugtag braucht: Ein kühles Getränk, ein schattiger Platz, herzliche Gespräche mit anderen Piloten und das Gefühl, angekommen zu sein.

Die Abende waren ein eigenes Kapitel: Sonnenuntergänge, die den Himmel in Gold und Purpur tauchen, das ferne Rufen der Tiere, und über allem die Stille der namibischen Nacht. Man sitzt zusammen, erzählt von Steigwerten, Wolkenstraßen, Entscheidungen – und weiß, dass jeder am Tisch versteht, wovon man spricht.

Namibia bleibt ein Gebiet, das man mit Respekt fliegt – und das einen dafür mit außergewöhnlichen Strecken belohnt. Der 1000-km-Flug von Ernst Eymann war das Sahnehäubchen eines insgesamt sehr gelungenen Flugurlaubs.

Wir haben in diesen zwei Wochen keine Rekorde gejagt und auch keine Heldengeschichten erlebt, sondern sind einfach gut geflogen.

Man reist ab, aber man nimmt etwas mit. Nicht als großes Gefühl, sondern als ruhige Gewissheit, dass es gut war und es sich lohnt, zurückzukehren.

Segelfliegen in Fuentemilanos 2025 – eine kurze Nachlese

Von Peter Stahl, der im Sommer 2025 mit seiner ASH 26E „GA“ zum Flugplatz Fuentemilanos reiste:

Bekanntlich war unser Vereinskamerad Bernd Rohleder in den Jahren 2007 bis 2016 dort Stammgast und konnte mir im Vorfeld viele gute Erfahrungen und Informationen mit auf den Weg geben.

Das Fliegen unter der Sonne Spaniens war geprägt von Blauthermik und heißen Tagen, wobei es sich bei Basishöhen über 3.000 m im Verlauf der Flüge temperaturseitig gut aushalten ließ. Das Potenzial von Spanien zeigte sich an einigen Tagen, wo mir Strecken von rund 800 km mit Schnitten > 125 km/h gelangen.


Wie WeGlide zeigt, stellte sich die „1000 km Wetterwoche“ erst nach meiner Abreise in der ersten Augustwoche ein.

Und nach der Tradition von Hans-Georg muß es ja auch nicht nur immer Fliegen sein. 
Neben dem Segelfliegen bietet Kastilien interessante Ausflugsziele und auch die Hauptstadt Madrid ist nicht weit entfernt.

Apropos..wie wäre es mit einem SGSM Fluglager in Fuentemilanos?
Die gute Erreichbarkeit von Madrid per Airline und den Schnellzug nach Segovia macht Fuentemilanos auch für kurze Aufenthalte interessant.

Resümee:
 Auch wenn die berühmten 1000 km-Flüge nicht gelungen sind, wurde es ein schöner „Fliegerurlaub“. 

Informationen zu Fuentemilanos findet ihr auf deren Homepage…einfach mal googeln 🙂

Unser LS6-Hänger ist jetzt 100 km/h „ready“

Peter schreibt:

In der Winterarbeit 2025/2026 wurde auch in den LS6 Hänger investiert. Die alte Hängerachse, genauer die internen Dämpfungselemente, waren durch die vergangenen Hochwasser nicht mehr funktionsfähig und die Achse an sich „BER“ (beyond economic repair). Darauf hat Mark eine neue Achse bei ALKO organisiert, wenn auch mit etwas B&B (Bitten und Betteln).

Die Umrüstung gestaltete sich aufwendiger als gedacht, was erst nach dem Abbau der alten Achse erkennbar wurde. COBRA nutzt einen anderen Lochabstand als ALKO und so mussten neue passende Befestigungslöcher in die Achsaufhängung gebohrt werden.  Zudem sind Stoßdämpfer montiert worden.
Ergo, bis auf neue Reifen ist unser LS6-Hänger jetzt 100 km/h „ready“.

Nach den ersten Rückmeldungen von Simon hat sich die Investion gelohnt:

„…ja, das war auf jeden Fall eine starke Verbesserung! Der 7000er Hänger war ja vorher ziemlich wackelig auf der Autobahn, oder bei Wind. 
 Ich würde sagen er ist vielleicht immer noch nicht ganz so gut wie der LS4-Hänger, aber es ist jetzt fast gleich. Hat sich definitiv gelohnt! …“
 

KYSI Besuch in der Flugwerft Schleißheim im August – Nachlese aus dem Sommer

Am Sonntag, den 10. August, haben wir (Hans Günther und ich) bei bestem Wetter mit unserer KYSI einen schönen Ausflug zur Flugwerft Schleißheim am Flugplatz EDNX unternommen. 

In der Flugwerft fand an diesem Wochenende ein Aktionswochende anlässlich des 80. Jahrestag der Übernahme des Flugplatzes Schleißheim durch die US Army statt. Zwei US-Militärhubschrauber vom Typ UH-72 Lakota besuchten die Flugwerft und konnten durch die Besucher – geführt von den Helikopterbesatzungen – aus der Nähe besichtigt werden. Darüber hinaus hat die in Schleißheim stationierte Bundespolizei sowohl am Samstag wie am Sonntag einen ihrer Super Pumas auf dem Gelände der Flugwerft gelandet, darüber hinaus gab es eine Technikschau historischer Militärfahrzeuge sowie einer Bo105 der Heeresflieger. Ein Biergarten mit Bratwurstgrill war auch vorhanden – für uns natürlich nur mit Wasser und Spezi… 😉

Hans hatte für unsere Flüge einen schönen Kurs gewählt, betreut von Langen ATC ging es auf dem Hinflug via Rosenheim direkt nach München über Haidhausen entlang des Deutschen Museums und dann über die Innenstadt Richtung Norden linker Hand entlang des Englischen Gartens zum Flugplatz Oberschleißheim. Dort dann in die große Platzrunde – einmal rund um Ober- und Unterschleißheim – und dann über den Endteil von Osten auf den Platz Schleißheim. 
Die Flugwerft hat eleganterweise einen eigenen Taxiway, der direkt vom Westende der Runway zur historischen Halle der Flugwerft führt. Die Landegebühren kann man dann direkt Online bezahlen, alles ist damit sehr bequem gelöst. 

Nach Erkundung von Flugwerft und den Helikoptern, einer stärkenden Bratwurstsemmel vom Grill und einem Espresso im Museumskaffee ging es dann am Nachmittag wieder Richtung UWOE. Die Route führte uns diesmal Richtung Süden über Bad Tölz zu den Bergen und dann entlang von Tegern- und Schliersee via Wendelstein und Kampenwand heim zum Platz.

Nach dem Einräumen des Motorseglers ließen wir den Tag mit einem erfrischenden Bad in der Tiroler Achen langsam ausklingen. Die Rückfahrt nach München per Mopped dann via Aying mit einem guten Abendessen und (bleifreien) Bier im Garten der Brauereigaststätte und zum Sonnenuntergang wieder zurück in München – ein perfekter Sommerausflug! 

Vielen Dank auch an all die fleißigen Betreuer unserer KYSI, es war wieder eine Freude diesen schönen Flieger nutzen zu können!

Hans Günther und Marc

Verlust eines guten Freundes

english translation

Hans-Georg Raschke
Schwarz/Weiss
Ruhe in Frieden

Plötzlich und völlig unerwartet haben wir Hans-Georg bei einem tragischen Flugunfall in seinem geliebten Barcelonnette verloren. Hans-Georg und der ihm sehr vertraute Schlepp-Pilot Etienne sind dabei am 16. August ums Leben gekommen. 

Wir sind tief erschüttert und können immer noch nicht fassen was passiert ist. Hans-Georgs Tod reißt ein großes Loch in unseren Verein und hinterlässt uns in tiefer Trauer und Mitgefühl mit den Angehörigen von Hans-Georg und seinem Schlepp-Pilot. 

Hans-Georg war ein „Urgestein“ unseres Vereins, er war unser Streckenflugmentor, langjähriger Flugbetriebsleiter und als Sommerbewohner unserer Unterkunft die gute Seele unseres Clubs. Es war ihm ein besonderes Anliegen seine Erfahrungen zu teilen und er hat dabei vielen jungen Pilotinnen und Piloten den Zugang zur Streckenfliegerei geebnet und erleichtert. 

Gerade an den Wochenenden hat er den arbeitenden Clubmitgliedern stets den Vortritt auf den Vereinsmaschinen gelassen. Und auch wenn er am liebsten gerne selbst den Steuerknüppel in der 2020 oder 7000 (möglichst wendig mit kurzen Flächen!) in die Hand nahm, hat er sich oft die Zeit genommen, als Mitflieger im Duo die Erfahrungen direkt an unsere Pilotenschaft im Verein weiterzugeben. Gerne lernte man dann den geflügelten Ausdruck von unserem HGR: „Geh rumm, du Bock“  – seine typische direkte knorrige Aufforderung an den Duo und sich selbst, bitte doch den Thermikschlauch auch korrekt zu zentrieren…

Hans-Georg war auch der Motor für unser sommerliches Fliegerlager in Barcelonnette, zusammen mit seinem treuen VW Bus und einem unserer Einsitzer (7000 oder 2020) war er dann üblicherweise von Ende Juli bis Anfang September „mal weg“. Regelmäßig haben sich verschiedene Vereinsmitglieder wochenweise angeschlossen und von seinen Erfahrungen dort profitiert. „L’Equipe Siemens“ war durch HGR ein fester Bestandteil des Sommers am Flugplatz – und sein Bus der Treffpunkt. Aber nicht nur Barcelonnette war sein Ziel, regelmäßig hat Hans-Georg seinen Horizont an anderen Plätzen in Europa und der Welt erweitert. Dem deutschen Winter ist er durch seine Mitgliedschaft im Narromine Gliding Club in Australien entkommen, darüber hinaus hat er auch mehrfach Bitterwasser in Namibia besucht. 

Lieber Hans-Georg, wir werden Dich sehr vermissen, Dein Andenken aber bleibt!  
Ruhe in Frieden – wir werden dich in unseren Herzen behalten.

Deine Freunde der Segelfluggruppe Siemens München e.V.

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Zwischen Mont Blanc und Matterhorn – Wandersegelflug 2025

Chris und Ute starteten Ende Mai zu einem außergewöhnlichen Wandersegelflug quer durch die Westalpen. Vom Start in Unterwössen führte der Weg über Hohenems, Aspres und Barcelonnette bis nach Aosta – mit atemberaubenden Eindrücken zwischen Mont Blanc, Matterhorn und Ortler. Trotz Wetterkapriolen und kanadischem Rauch in der Luft blieb die Reise ein fliegerisches Fest voller Begegnungen, Herausforderungen und unvergesslicher Ausblicke. Der krönende Abschluss: ein Traumflug über den Ortler zurück nach Hause.

Blick vom Pic de Bure nach Richtung Grenoble:

„Hier“ geht’s zum ausführlichen Reisebericht des Wandersegelflug.

72 Jahre SGSM – Ein Grund zur Freude! 🎉✈️

Diesen Sommer feiert die SGSM ihr 72-jähriges Bestehen – ein stolzes Jubiläum, das durch einen Eintrag in der „Limmerischen Chronik“ belegt ist. Seit der Gründung im Jahr 1953 steht die SGSM für Leidenschaft im Segelflug.

Herzlichen Glückwunsch an alle Mitglieder, Unterstützer und Freunde der SGSM – auf die nächsten 72 Jahre voller Thermik, Teamgeist und technischer Weiterentwicklung!

>> Hier geht’s zur Chronik: Historie